Midnight Mass (Mitternachtsmesse) ist eine US Miniserie auf Netflix. In sieben Folgen mit je ca. 65 Minuten wird das Leben der kleinen Inselgemeinde Crockett Island beleuchtet. Insbesondere der nach seiner Haftstrafe zurückgekehrte Riley Flynn und der neue Priester Paul Hill nehmen eine zentrale Rolle ein. Drehbuch und Regie führte Mike Flanagan, der im Genre kein Unbekannter sein dürfte.
Spoiler
Riley Flynn (Zach Gilford) verursacht betrunken einen tödlichen Verkehrsunfall. Er wird zu einer Haftstrafe verurteilt, in der der sonst gläubige Riley zum Atheisten wird. Nach seiner Entlassung kehrt er in die wirtschaftlich niederliegende Inselgemeinde seiner Jugend zurück. Zeitgleich wird der Priester der kleinen Stadt von einer Reise zurückerwartet. Monsignore Pruitt, so der Name, ist allerdings auf der Reise erkrankt und wird während seiner Erholung von dem wesentlich jüngeren Father Paul Hill ersetzt.
Nach jedem Gottesdienst scheint es den Menschen besser zu gehen. Am deutlichsten wird dies bei der jungen Leeza, die nach einem Jagdunfall im Rollstuhl sitzt, sichtbar. Während einer Messe fordert Hill sie auf aufzustehen und zu ihm zukommen, als sie dies macht, glauben alle an ein göttliches Wunder und halten den Pfarrer für einen Sendboten.
In Wahrheit ist Hill, der eigentlich der verjüngte und gesunde Monsignore Pruitt ist, im Heiligen Land einen Vampir begegnet, den er fälschlicherweise für einen Engel hält. Den Vampir hat er mitgebracht und lässt während der Liturgie statt Wein Vampirblut verteilen.
Die Serie hat mich in den ersten Folgen abgeholt, wenn auch nicht wegen eines schaurigen Gruselns. Die Situation einer darniederliegenden Gemeinschaft als Hintergrund für Charaktere, die durchaus interessant sind und über die man mehr erfahren möchte, bietet alleine schon ohne Horror eine Grundlage für eine komplexe Geschichte. Dazu muss man sagen, dass der Cast keine Ausfälle hat. Insbesondere Zach Gilford als Riley und Hamish Linklater als Father Hill haben die tragenden Rollen inne. Ein von Gott entfremdeter Sünder und ein Mann Gottes, der Gott in einem Vampir sieht. Das Ende ist dann nicht mehr so dramatisch und zerfasert sich in einer beinahe belangloser Splatterorgie.
Die Serie ist leicht überdurchschnittlich und sehenswert. Tatsächlich ist der Plot auch erfrischend. Und auch wenn es durchaus von einigen Charakteren mehr hätte sein können, wird die Geschichte sehr straff erzählt.

